Chronischer Pruritus

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Von Sonja Ständer, Münster – Juckreiz ist eine unangenehme, selbstständige Sinneswahrnehmung der Haut, die zumeist reflektorisch, zum Beispiel durch Kratzen, Scheuern oder Kneifen, beantwortet wird. Chronischer Pruritus gilt als diagnostische und therapeutische Herausforderung.

Ursache des chronischen Juckreizes können zahlreiche System- oder Hauterkrankungen sein, die erkannt und gezielt behandelt werden müssen. Als Alternative zu den häufig nur unzureichenden topischen oder oralen Antihistaminika sind erzeit zahlreiche neuartige antipruritisch wirkende Substanzen in Erprobung beziehungsweise im Einsatz, über die in folgenden ein Überblick gegeben wird.

Pruritus hat eine wichtige physiologische Alarmfunktion. Er warnt zumeist vor schädigenden Noxen wie Parasiten, Insekten, Pflanzenbestandteilen oder Chemikalien, um zu veranlassen, dass diese zuverlässig von der Hautoberfläche entfernt werden. In diesen Fällen ist der Juckreiz meist weniger schwer, tritt nur kurzfristig auf und kann leicht behoben werden.Ein Problem stellt der quälende, generalisierte chronische Pruritus dar, der die Lebensqualität des Patienten erheblich beeinflusst und oftmals nur schwer zu lindern ist. Diesem können viele verschiedene Dermatosen und Systemerkrankungen zu Grunde liegen (Tabellen 1 und 2).

Erste Aufgabe des Klinikers ist es daher, die eigentliche Ursache zu identifizieren und diese zu therapieren. Häufig gelingt dies jedoch bei chronischem Pruritus nicht. Angenommen wird, dass die Grunderkrankung dann nicht mehr oder, wie oftmals zum Beispiel im Falle von Morbus Hodgkin oder malignen Tumoren, noch nicht aktiv ist, der Pruritus aber schon beziehungsweise nach wie vor wahrgenommen wird. Analog dem Schmerzgedächtnis wird ein cerebrales Pruritusgedächtnis diskutiert, das weiterhin beziehungsweise bereits im Vorfeld das Signal »Juckreiz« an die Haut sendet.

Erfahren Sie mehr: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=27717

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