Vega-Test

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Der Vegatest basiert auf der Elektroakupunktur nach Voll. Demnach ist die Stelle in meiner Handfläche ein Akupunkturpunkt und über Meridiane, also Energiebahnen, mit meinen inneren Organen verbunden. Indem man den Widerstand der Haut an diesem Punkt misst, erfährt man der Theorie zufolge etwas über den Zustand der Organe. In dem Gerät sollen Schwingungen gespeichert sein, zum Beispiel von bestimmten Lebensmitteln. Die bringt das Gerät jetzt nach und nach in den Messkreislauf ein.

Auf diese Weise testet die Heilpraktikerin diverse Nahrungsmittel. Auf einer Skala von 0 bis 100 schlägt ein Zeiger aus. Dazu ertönt ein sirenenartiges Geräusch, das immer höher wird, wie nerviges Kinderspielzeug. So spüre das Gerät auf, wo bei mir etwas gestört ist, sagt die Heilpraktikerin: „Das ist reine Physik.“

Natürlich gibt es echte Allergien und Unverträglichkeiten

Mit passenden, seriösen Tests können Laktoseintoleranz, Fruktosemalabsorption und andere Beschwerden diagnostiziert werden. Zusätzlich ist aber ein ganzer Markt mit dubiosen Methoden entstanden, die vermeintliche Unverträglichkeiten diagnostizieren. Für die Untersuchung habe ich 40 Euro gezahlt, andere Anbieter verlangen für Elektroakupunktur bis zu 200 Euro.

Wissenschaftler der University of Southampton berichteten 2001 im „British Medical Journal“, wie sie den Vegatest als Diagnosemethode für Allergien auf die Probe gestellt haben. Die Hälfte ihrer 30 Testteilnehmer hatte eine Allergie gegen Staub oder Katzenhaar, die andere Hälfte reagierte nicht auf diese Allergene – das war durch einen seriösen Hauttest belegt. Drei erfahrene Vegatester sollten bestimmen, wer Allergien hat und wer nicht. Doch ihre Treffsicherheit war nicht mehr als zufällig. Die Autoren folgern, das Verfahren sei ungeeignet, jegliche Arten von Hypersensibilität zu erkennen.

Elektrische Tests wie der Vegatest seien „ungeeignet für die allergologische Diagnostik“, sagt auch Jörg Kleine-Tebbe, Arzt und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie, der die Studienlage zu der Diagnosemethode verfolgt. Die zugrunde liegenden irrationalen Gedankenmodelle, das Versagen in kontrollierten Studien und die fehlende Übereinstimmung mit klinisch gesicherten Diagnosen zeigten, dass der Vegatest und ähnliche Verfahren für die Abklärung von Nahrungsmittelallergien und Intoleranzen unbrauchbar seien.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft weist ebenfalls darauf hin, dass der Vegatest sich nicht zur Bestimmung einer Unverträglichkeit eignet.

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